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Geschichtlicher Abriss des Internet



ARPANET 

Das Internet ging aus dem im Jahr 1969 entstandenen "ARPANET" hervor, einem Projekt des US-Verteidigungsministeriums. Ziel des Projekts war es ursprünglich, im Falle eines Nuklearangriffs der damaligen UdSSR, den Ausfall von Rechnernetzen räumlich zu begrenzen.

Bei dieser Darstellung bleibe ich, auch wenn dies bei Wikipedia anders beschrieben wird. Wer es anders darstellt, blendet  die nuklearen Hegemonialbestrebungen der USA in den 1960er Jahren komplett aus.

Sollte ein Knoten (Hochleistungsrechner) ausfallen, dann würden andere Knoten dessen Aufgaben übernehmen. Stichwort ist: "Dezentralisierung".

Aus diesem Grunde ähnelt das Internet bis heute einem riesigen Netz mit Knotenpunkten, welche mit Hochleistungsrechnern ausgestattet sind.


TOR-Netzknoten (rote Punkte)

Tor-Netzknotenpukte


Joseph Weizenbaum (1923 - 2008)

Ein wichtiger Name, der in diesem Zusammenhang fallen muss, ist Joseph Weizenbaum, ein Deutscher jüdischen Glaubens, ein Ur-Berliner, der, wie so viele (unter anderem Albert Einstein), seines Glaubens wegen vor den Nazis in die USA flüchten musste.

Dort, am renommierten MIT-Institut, erarbeitete Weizenbaum die theoretischen Grundlagen des ARPANET und damit des World Wide Web. Joseph Weizenbaum nahm zu Lebzeiten eine immer kritischere Haltung gegenüber der Interaktion zwischen Computern und Menschen ein, die ihn irgendwann zu dem Spruch hinreißen ließ: "Das Internet ist ein riesiger Misthaufen!". Sein Credo war: "Computer sind Maschinen, die Probleme lösen, die es ohne sie gar nicht gäbe!". Womit er - zum Teil jedenfalls -  recht hat.

Joe Weizenbaums Buch "Die Macht der Computer und die Ohnmacht der Vernunft" (Suhrkamp, Frankfurt/Main 1977) gehört in das Bücherregal jedes Computerprofis.

Die Gefahren des World Wide Webs sollten in der Tat nicht unterschätzt werden, denn für intelligente Gauner sind die Manipulationsmöglichkeiten gewaltig: Firmenspionage seitens der Geheimdienste (auch der "befreundeter" Nationen); Password-Phishing, das Abfangen von Emails, die Arbeitsplatzüberwachung Ihres Firmenrechners, das Publizieren jugendgefährdender Inhalte sind nur einige Stichworte.

Aus diesem Grunde sollten die Ratschläge der Datenschutzbeauftragten ernst genommen werden. Das bedeutet jedoch auch, dass sich jeder Einzelne von uns intensiver mit den Grundlagen des www auseinandersetzen sollte.

Informationen über das Internet erhält man, natürlich, im Internet!


TCP/IP

Um Nachrichten via Internet zu versenden, benötigt man ein Übertragungsprotokoll. Dieses Protokoll mit dem Namen TCP/IP (Transport Control Protocol/Internet Protocol) wurde im Jahre 1982 entwickelt. Das Netzwerkprotokoll stellt sicher, dass jeder Rechner im Netz immer eine eindeutig zugeordnete Kennziffer zugewiesen bekommt: die IP-Adresse. Klinkt sich der Computer aus dem Netz aus, wird die Adresse frei und kann einem anderen Rechner übertragen werden. Zunächst dachte man, mit einem Adresspool von ca. 4 Milliarden IP-Adressen locker auszukommen. Bei einer Verbreitungsdichte von inzwischen 80 Prozent (8 von 10 Haushalte haben einen Computer), jedenfalls in den Industrienationen, reichen die IP-Adressen der Version 4 hinten und vorne nicht mehr aus.

IP-Adressen sind knapp geworden!

Nachfolger des Standards IP-4 wird die IP-Version 6 sein. Diese liefert soviele Adressen (3,4 x 1038),  dass theoretisch  jedem Atom der Erde eine eindeutige, lebenslange  Netzwerkadresse zugewiesen werden könnte.


Tim Berners-Lee und Ray Tomlinson:   html & email


Ursprünglich wollte Tim Berners-Lee, ein CERN-Mitarbeiter des Kernforschungszentrum in Genf, nur die Kommunikationsgeschwindigkeit innerhalb seiner Organisation  beschleunigen. Ergebnis war das Daten-Übertragungsprotokoll "http://"  sowie die Textauszeichnungssprache "html".

"html" ist ein Code, der nur von einem bestimmten "Gerät" gelesen werden kann, dem "Browser" (von engl. to browse = durchsuchen)

Der Browser interpretiert die html-"Tags" (engl. "tag", ausgesprochen [tä:g] = Markierung, Etikett, Kürzel) und macht sie für den Bildschirm lesbar. 1993 stellt Tim Berners-Lee den ersten grafikfähigen Webbrowser namens "Mosaic" vor und bietet ihn zum kostenlosen Download an.


Berners-Lee stellte, und dafür ist er von der Queen geadelt worden, das html-Protokoll der Menschheit kostenlos zur Verfügung und löste damit die digitale Revolution aus.

Ray Tomlinson

Tomlinson arbeitete 1971, dem Geburtsdatum der "e-mail", am Massachusetts Institute of Technology (MIT).  Er erfand das "@"-Zeichen (eigentlich eine Verschmelzung der Buchstaben a und d  [von lat.  ad = zu, an, bei],  um den Adressaten und dessen Computer im Netz eindeutig unterscheiden zu können).
 

Wie so häufig auf dem Gebiet bahnbrechender Erfindungen, so wurde auch der Nutzen einer "elektronischen Mail" zunächst von niemandem erkannt. Im Gegenteil, ein Kollege Tomlinsons blaffte ihn an: „Don't tell anyone! This isn't what we're supposed to be working on.“ (deutsch: „Erzähl' das bloß keinem! Das ist nicht das, woran wir arbeiten sollen!“)

Unfassbar!

Stellen Sie sich bitte einmal die Gegenwart ohne emails vor...

An der Weiterentwicklung der E-Mail war Tomlinson übrigens nicht mehr beteiligt.


http und email aus heutiger Sicht


Das Hypertext-Datenübertragungsprotokoll ("http://") sowie die Email sind mittlerweile weltweit die wichtigsten Verbindungsprotokolle. Ohne sie würde im Internet rein gar nichts laufen. Nirgendwo! Wie wichtig die Protokolle tatsächlich sind, merkt man erst, wenn der Mailserver ausfällt, wenn ein Router den Geist aufgibt oder wenn der Provider Probleme macht.

Die  Existenz ganzer Firmen, sowie der reibungslose Verlauf von Forschungsprojekten sind vom Datenfluss per Emails abhängig!


Verweise (Hyperlinks)

Sie sind gewissermaßen das Salz in der Suppe des www ("World Wide Web"). Hyperlinks sind "Sprungmarken", mit deren Hilfe weit entfernte Informationen in Sekundenbruchteilen via Internet angesteuert werden können. "Wissen" wird so viel schneller, plastischer und umfangreicher erreichbar. Die Recherchetiefe durch  Verlinkung mit den gewünschten Inhalten nimmt enorm zu.



Exkurs:   Interessant ist immer wieder zu beobachten, wie Schlüsselerfindungen von  kreativen Mitmenschen  fast beiläufig gemacht werden, aber auch, wie sie regelmäßig von weniger inspirierten Zeitgenossen torpediert oder sabotiert  werden.



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